Buch-Rezensionen


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Finke, Fritz: Streitwerttabelle
 
Henssler, Martin/ Koch, Ludwig (Hrsg.): Mediation in der Anwaltspraxis
 
Heidel/ Pauly/ Amend: AnwaltFormulare - Schriftsätze, Verträge, Erläuterungen
 
Kühnhold, Claus-Wilhelm: Cocktails für Juristen


Finke, Fritz: Streitwerttabelle
4. Auflage 2004
DeutscherAnwaltVerlag

2004 brachte für den Rechtsanwalt die eigentlich lange überfällige und notwendige Reform des Kostenrechts. Diese umfassende Reform hat eine Vielzahl an Änderungen durch kostenrechtliche Gesetze gebracht, die bei der Bestimmung der Streit- und Gegenstandswerte unbedingt zu beachten sind. Daher war eine komplett überarbeitete Neuauflage der "Streitwerttabelle" erforderlich, die nunmehr seit Oktober 2004 vorliegt.
Wie schon die wenigen einleitenden Worte des Werkes aufzeigen, handelt es sich um eine übersichtliche Darstellung, die sich an der anwaltlichen Praxis orientiert und sich zugunsten der Übersichtlichkeit bei den meisten Stichwörtern auf die wesentlichen Kriterien der Wertbestimmung beschränkt. Damit wird der Nutzer jedoch nicht allein gelassen - vielmehr wird in der Regel zu jedem Punkt eine weiterführende aktuelle Gerichtsentscheidung angegeben, die ihrerseits den Streitstand bzw. Besonderheiten zum Thema wiedergibt.
Die in der Streitwerttabelle behandelten Rechtsgebiete erstrecken sich u.a. vom Allgemeinen Zivilrecht über Handels- und Gesellschaftsrecht bis hin zu Verwaltungs- und Steuerrecht. Neben der sinnvollen und dem schnellen Finden dienenden Ordnung nach Stichworten und der die Übersichtlichkeit wahrenden Kürze ist besonders auf die praktische Ringbuchheftung des Werkes hinzuweisen, was das Arbeiten mit dem Titel um ein vielfaches vereinfacht und ihn tatsächlich zum jederzeit gern genommenen Nachschlagewerk bei Fragen zu Streit- und Gegenstandswerten werden lässt. Das Urteil: 50 Seiten im knappen aber informativen Stil, die für (nahezu) alle relevanten Streitwertfragen eine schnell auffindbare und verständliche Lösung bieten; schließlich heißt es gerade in der Anwaltschaft nicht umsonst: "Zeit ist Geld". (FE)



Henssler, Martin/ Koch, Ludwig (Hrsg.):
Mediation in der Anwaltspraxis
2. Auflage 2004
DeutscherAnwaltVerlag

Mediation gewinnt nun endlich auch im europäischen Raum stetig an Bedeutung. Dies zeigt sich nicht nur an dem derzeit angestrebten europäischen Verhaltenskodex zu diesem Thema oder daran, dass die Mediation zunehmend in die politische Diskussion Einzug hält. Vielmehr wächst auch die Anzahl erfolgreich behandelter praktischer Fälle und damit das Bewusstsein für die Möglichkeit außergerichtlicher Streitbeilegung.
Dass Anwälte dabei aufgrund ihres rechtswissenschaftlichen Fachwissens und der im anwaltlichen Berufsrecht verankerten Grundsätze der Vertraulichkeit und Verschwiegenheit für eine Tätigkeit als Mediator in gewisser Hinsicht prädestiniert sind, ist leicht nachzuvollziehen. Jedoch sind neben juristischen Kenntnissen vor allem auch psychologische und sozialpädagogische Fähigkeiten gefragt, so dass Mediation nicht zwangsläufig ein exklusives Betätigungsfeld für Rechtsanwälte ist.
Dieses Handbuch zielt darauf ab, geneigten Anwälten die Mediation als Geschäftsfeld vorzustellen und näher zu bringen. Oder wie es das Vorwort ausdrückt: "Das Handbuch will der Anwaltschaft [...] bei der Befassung mit der Mediation eine praxisgerechte Hilfestellung bieten und die notwendigen Kenntnisse vermitteln.".
Um diesem Anspruch gerecht  zu werden, gliedert sich das Werk in folgende 3 Hauptteile:
- Grundlagen
- Der Mediationsauftrag
- Die Arbeitsgebiete.
Der Einführung in die Grundlagen widmet das Herausgeberduo dabei fast 50% des Gesamtumfangs, was jedoch in Anbetracht der Zielstellung des Werks keinesfalls als Kritikpunkt gelten darf. Vielmehr soll für den Leser ein Bezug zur Materie "Mediation" hergestellt werden - bekanntermaßen unerlässlich, um sich später effektiv mit den Fragen und Schwerpunkten befassen zu können. So geht Teil 1 unter anderem näher auf die Voraussetzungen und Eignungskriterien, die Ausbildung und das Verhältnis zum anwaltlichen/ notariellen Berufsrecht ein.
Vom Umfang her wesentlich kürzer, in seiner Bedeutung jedoch nicht geringer zu werten ist der 2. Teil, der sich mit der praktischen Handhabung des Mediationsauftrags befasst. Hier werden so wichtige Themen wie Mediationsstrategien, Vertragsgestaltung sowie Haftungs- und Honorarfragen anschaulich dargestellt.
Im 3. Teil werden schließlich einzelne Arbeitsgebiete der Mediation mit ihren jeweiligen Besonderheiten aufgezeigt, die vom Arbeits- und Wirtschaftsrecht (wo man Mediation ja schon länger kennt) bis hin zum Familien-, Erb- oder sogar Sozialrecht reichen.
In der Gesamtschau erfüllt dieses Handbuch daher die selbst gesteckten, hohen Ziele durchaus. Dafür ist nicht zuletzt die überaus durchdachte Gliederung der einzelnen Teile und Kapitel verantwortlich. Vielmehr merkt man diesem Werk an, dass neben den beiden Herausgebern eine Vielzahl qualifizierter und begabter Bearbeiter mitgewirkt haben, denen die Mediation ans Herz gewachsen ist.
Insgesamt ist dieses Handbuch daher jedem zu empfehlen, der Mediation als Teil seiner Tätigkeit etablieren will oder zumindest mit dem Gedanken spielt. Gerade für Letztgenannte bietet die Publikation einen spannenden Einblick in ein stetig und unaufhaltsam wachsendes, zukunftsträchtiges Betätigungsfeld. (FE)



Heidel, Thomas/ Pauly, Stephan/ Amend, Angelika:
AnwaltFormulare - Schriftsätze, Verträge, Erläuterungen
4. Auflage 2003
DeutscherAnwaltVerlag

Der ehemalige Präsident des Deutschen Anwaltvereins, Felix Busse, bezeichnete das knapp 2500 Seiten starke Werk zum Erscheinen der 1. Auflage als "...ein Buch, das seinesgleichen sucht und Zeichen setzt...".
Dass dem tatsächlich so ist, wird bei der täglichen Arbeit mit den "AnwaltFormularen" schnell klar. Die insgesamt 61 Autorinnen und Autoren der 4. Auflage (Rechtsanwälte, Steuerberater, Richter und Unternehmensjuristen) bearbeiten insgesamt 56 anwaltliche Themengebiete von Aktienrecht bis Zwangsvollstreckung, wobei in der Neuauflage nunmehr auch Fragen des Franchise- und Wohnungseigentumsrechts aufgenommen wurden.
Besonders hervorhebenswert erscheint, dass sich der Aufbau der Muster stets am Ablauf eines Mandats orientieren. D.h., jedem Themenschwerpunkt wird zunächst ein typischer Sachverhalt vorangestellt, dem dann eine Erläuterung der relevanten Rechtsgrundlagen und schließlich ein Formulierungsbeispiel folgt. Darüber hinaus zeichnet sich die Konzeption dadurch aus, dass für viele Fragestellungen und Problemkomplexe sog. Checklisten als Ergänzung der äußerst praxisgerechten Kommentierung abgedruckt sind, anhand derer man sich nochmals kurz und klar verschiedene Voraussetzungen bzw. Problempunkte vor Augen halten kann.
Natürlich liegt den "AnwaltFormularen" auch eine CD-ROM bei, die neben den obligatorischen und schnell zu übernehmenden 1000 Textmustern für Beratung und Prozess einen einfachen und zeitsparenden Zugriff auf über 400 Gesetze im Volltext gewährt.
Insgesamt ermöglichen die "AnwaltFormulare" damit einen schnellen Zugang zum jeweiligen Rechtsgebiet und stellen ein nahezu  unentbehrliches Hilfsmittel für die effektive anwaltliche Arbeit dar. Auch diese Neuauflage wird daher zweifellos an die bisherigen Erfolge der "AnwaltFormulare" anknüpfen und einen weiteren Schritt auf dem Weg zum absoluten Standardwerk darstellen. (FE)



Kühnhold, Claus-Wilhelm:
Cocktails für Juristen

AchSo! Verlag

Das Recht wird schon seit jeher (oftmals berechtigterweise) als trockene Materie bezeichnet. Hat man sich jedoch erst einmal "Cocktails für Juristen" zu Gemüte geführt, kann das schon ganz anders aussehen!
Vom "Berufungs-Fizz" über den "Weinbrandstifter" bis hin zum "ex-nunc-Trunk" bietet das Werk eine Vielzahl interessanter Rezepte für schmackhafte alkoholische Mixgetränke. Dabei werden auch bekannte Namen und Begriffe wie z.B. "Schönfelder" oder "Erblasser" nicht verschont und liefern die Vorlagen für mitunter recht promilleträchtige Cocktails. Neben dem Rezept wird jedes Getränk mit einer kleinen unterhaltsamen Geschichte bzw. Überleitung vom Thema umrahmt.
Der Autor Claus-Wilhelm Kühnhold selbst war nach seinem Zweiten Staatsexamen lange Zeit als Gag-Autor bei verschiedenen Fernsehformaten tätig, was dem Buch durchaus auch zugute kommt. Wer also etwas Abwechslung vom trockenen juristischen Stoff sucht, gleichzeitig aber dabei nicht auf die ihm bekannten rechtlichen Begriffe verzichten möchte, dem sei dieses Buch angeraten, zumal die Cocktails auch ohne ihre juristische "Umrahmung" eine Probe wert wären. (FE)

   

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